Google Cardboard

Cardboard: klar der größte Markt!

tl;dr

Google Cardboard ist die Plattform, die genutzt werden sollte, wenn man möglichst viele Endkunden für VR oder AR über die App-Stores erreichen will. Nachteile sind bis vor Kurzem gewesen, dass es kein sogenanntes Head- bzw. Körpertracking gab. Das hat sich dank ARKit bzw. ARCore geändert, diese Technologien ermöglichen es, auch smartphone-basierte Systeme ohne zusätzliche Hardware mit Kopf- und Körpertracking zu versehen.

Historie

2014 war das Jahr, in dem Google Cardboard das Licht der Welt erblickte. Ernstzunehmende VR-Systeme waren zwar schon am Horizont zu erkennen, die Oculus Rift war kurz zuvor vom Kickstarter-Projekt zum Firmenprojekt geworden, nachdem Facebook die Technologie im März 2014 einkaufte. Bei der jährlichen großen Google Konferenz, der Google I/O im Juni 2014 ließ Google dann die Überraschung raus: jeder Teilnehmer fand unter seinem Sitz eine faltbare Pappe, die zwei Linsen enthielt.

Warum Cardboard?

Nach wie vor ist das Cardboard Prinzip die günstigste Möglichkeit, Menschen Virtual Reality oder Augmented zugänglich zu machen – es wird lediglich folgendes benötigt:

  • ein Smartphone im Preissegment ab ca. € 300, das über ein sogenanntes Gyroskop verfügt
  • eine günstige VR-Brille, die nach dem Cardboard-Prinzip funktioniert. Für AR-Anwendungen ist es wichtig, dass die Kamera des Smartphones frei ist, ebenso, falls Kopf- bzw. Körpertracking unterstützt werden soll. Solche Brillen kosten zwischen € 20 und € 100, je nach Ausstattung.

Warum nicht Cardboard?

Es gibt ein paar Nachteile am Cardboard-Prinzip:

  • es gibt sehr viele verschiedene Smartphone-Modelle, insbesondere bei Android auch verschiedene Versionen des Betriebssystems. Theoretisch muss jede Variante abgetestet werden und kann Probleme bereiten.
  • Kopf- und Körpertracking ist nur mit höherem Aufwand möglich – dies begrenzt zudem die Anzahl der nutzbaren Geräte, weil dies das Smartphone zusätzlich fordert und einige Geräte ausschließt. Ohne Kopf- und Körpertracking ist das Erlebnis jedoch deutlich schlechter für den Anwender als die HighEnd-Systeme

Der Markt

Der Markt für Cardboard-Systeme ist mit Abstand der größte, den es für Virtual und Augmented Reality. 2o16 waren ca. 90 Millionen Cardboard-Headsets im Markt (Daten von Superdata). Das ist mehr als das 20-fache aller anderen Systeme im Markt zusammen.

Seit Anfang 2016 auch Kopf- und Körpertracking

Wie in unserem Blog beschrieben, ist es seit Anfang 2018 möglich, Cardboard-Anwendungen um Kopf- und Körpertracking zu ergänzen. Möglich machen das Apple ARKit (iOS) und Google ARCore (Android), zwei Technologien, die die Wahrnehmung der Umgebung für Augmented Reality mit einer ganz normalen Smartphone-Kamera ermöglicht. Mehr dazu in unserem Artikel.

Referenzprojekt: Digitale Rauschbrille

Eines unserer Pilotprojekte, die digitale Rauschbrille des Bunds gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, war ein schönes Projekt, in dem wir mit dem Cardboard-Prinzip eine digitale Disruption im kleinen, aber feinen Markt der Rauschbrillen erzeugt haben.